Einsatz von Fernwirktechnik und Zählerfernauslesung
In der Industrie eröffnet der Einsatz von Fernwirktechnik und Zählerfernauslesung große Einsparpotentiale. Besonders bei dezentrale Datenarchivierung, Funk- und Wählkopplungen bieten sich entscheidende Vorteile gegenüber der Automatisierungstechnik.
Deutliche Synergien und Kostenreduzierungen lassen sich durch die Kombination der Fernwiktechnik zur Überwachung und Steuerung mit der Energiedatenerfassung (ZFA) und Lastoptimierung erreichen.
Energiedatenerfassung in der Industrie
Ein großer Chemiepark in hat sich für ein innovatives Abrechnungssystem entschieden. Das Projekt EDIS 'Energiedateninformationssystem' erfasst und verrechnet Energien und Rohstofflieferungen, die innerhalb der im Chemiepark ansässigen Unternehmen ausgetauscht werden.
Durch den Einsatz einer standardisierten Lösung zur Zählerfernauslesung (ZFA) konnte in kurzer Zeit ein abrechnungssicheres System mit PTB-zulassungsfähigen Systemen zusammengestellt werden. Der flexible Systemaufbau erlaubt die einfache Realisierung von Kundenwünschen.
Die gewünschte Amortisation des Projektes konnte schnell sichergestellt werden. Durch Analyse des aufgezeichneten Energiebedarfs der Unternehmen konnte alleine durch Lastverteilung eine erhebliche Einsparungen erreicht werden.
Die Anforderungen waren hoch gesteckt
Es galt die 32 verschiedenen Medien an etwa 420 Stellen im Chemiepark kostengünstig zu erfassen. Insgesamt sind 6000 Zählstellen, allein im Strombereich 1600 Zähler, eingebunden. Die Daten werden online erfasst, vor Ort in 1 und 15 Minutenraster vorverdichtet und real-time übertragen:
Erfassung von ca. 6000 Verbrauchszählern als Lastprofile
davon ca. 1600 Stromzähler
ca. 4400 Zähler anderer Medien (insgesamt über 30 verschiedene Stoffe)
davon ca. 200 Verbrauchszähler im Minutenraster
PTB zulassungsfähige Erfassung von Mengen über Impuls und Messwerte
(Analogeingänge)
Verarbeitung von sowohl Online - Zählungen als auch Handablesungen
Übertragung der Werte über das firmeneigene Prozess-LAN
Zugriffsgeschützte Bereitstellung und Online-Visualisierung der Lastgänge an die ca. 20 Gesellschaften innerhalb des Chemieparks
Zentrales Setzen der Parameter und Wandlerfaktoren für die ZFA-Stationen
Weiterleitung der Abrechnungsdaten an Abrechnungssysteme (SAP /R3)
und Lastmanagement
Zählerfernauslesung mit dem Energiemanagement ProCoS
Eingesetzt werden 400 Registriergeräte vom Typ ZFA-4 und ZFA-10. Die Daten werden über Standleitungen im Fernmeldenetz des Parkes an 24 verteilte LAN-Konverter weitergereicht. Diese bilden die Anbindung an das 100 Mbit/s Prozeß-LAN und damit an das zentrale Energiemanagementsystem ProCoS-ZFA.
Dieses Leitsystem erfüllt gleich mehrere Anforderungen. Zunächst werden die großen Datenmengen in Archiven als Lastprofile gesammelt und zu abrechenbaren Mengen nach Leistungs- und Tarifart aufgeschlüsselt. Gleichzeitig werden die aktuellen Prozeßabbilder im SCADA-Leitsystem bereitgestellt. Lastoptimierungen und Bezugsprognosen können so effektiv genutzt werden. Entsprechend parametrierte und vorkalkulierte Archivdaten werden an ein überlagertes Oracle Datenbanksystem zur weiteren Analyse und Verarbeitung weitergeleitet.
Der Datentransfer zu einem Abrechnungssystem auf SAP /R3 erfolgt ebenfalls automatisch. Hier wird die Bepreisung und Abrechnung mit den Gesellschaften durch den Betreiber durchgeführt.
Kostenreduktion auch bei Wartung und Pflege
Konfiguriert und eingerichtet werden die Systeme von zentraler Stelle. Die ZFA-Systeme kommen ohne wartungsintensive Komponenten aus. Die eingesetzte Intranet-Lösung zur Darstellung der Kundendaten erlaubt die lizenzfreie und wartungsarme Nutzung der Leitstelle über Standard-Browser.