ProCoS-MRL ist ein Zusatzmodul für das Leitsystem ProCoS zur Überwachung und Steuerung von Minutenreserveleistung (MRL).
Durch Herabsenkung der Mindestliefermenge auf 15 MW ist die Regelung durch Minutenreserve auch für kleinere Anbieter in einem Pool eine wirtschaftlich interessante Investition.
Bei der Minutenreserve wird durch Abschalten von Aggregaten bzw. Zuschalten von Erzeugern eine Regelenergie in der Art eines virtuellen Kraftwerkes zur Verfügung gestellt; Energie wird durch Erzeugung oder nicht Nutzung angemeldeter Energiebänder bereitgestellt. Diese Regelung wird auch als Tertiärregelung bezeichnet.
Der hohe Automatisierungsgrad von ProCoS-MRL ermöglicht den gesamthaften Start und Beendigung von MRL-Lieferung.
Um das Gleichgewicht zwischen Einspeisung und Ausspeisung elektrischer Energie in den Übertragungsnetzen in Deutschland aufrecht zu erhalten, setzen die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Regelleistungen ein. Diese sind die Primärregelung, die Sekundärregelung und die Minutenreserve. Während die Primärregelung und Sekundärregelung im Allgemeinen durch die Erzeugungsanlagen der ÜNB abgedeckt werden, kann die Lieferung von Minutenreserve auch durch geeignete externe Partner erfolgen. Aktuell beträgt die Mindestlieferleistung 15 MW. Das Präqualifikationsverfahren für Anbieter von Minuten-reserveleistung (MRL) schließt die Poolbildung audrücklich nicht aus. Somit haben auch Anbieter mit Leistungseinheiten kleiner als 15 MW im Rahmen eines Pools die Möglichkeit, an einer MRL-Lieferung teilzunehmen.
Neben Netzersatzaggregaten kann die Minutenreservevermarktung auch für KWK-Anlagen sehr lukrativ sein. Die kurze Produktzeitspanne von vier Stunden erlaubt selbst einer thermisch geführten Anlage mit entsprechendem Speicher und intelligenter Optimierung, z.B. im Rahmen eines Virtuellen Kraftwerks, die Teilnahme.