Position

1030 Wien, Österreich

Jahr

2012 bis 2014

Produkte

FW-5, FW-50, FW-5000

Protokoll

IEC 60870-5-101, IEC 60870-5-104

Die Austro Control betreibt in Österreich ein bundesweites System zur Erfassung von Schaltzuständen und Störmeldungen sowie zur Steuerung von Einrichtungen, welche für die Aufrechterhaltung des Flugsicherungsbetriebes im Allgemeinen notwendig sind. Dieses System wird als SMA (Steuermeldeanlage) bezeichnet.

Beschreibung

Über verschiedene Schnittstellen und Protokollformate werden die Betriebszustände und Störmeldungen dieser Flugsicherungseinrichtungen auf den Flughäfen und zentral in der ATCCV (Air Traffic Control Center Vienna) in Wien dem Bedienungspersonal zur Verfügung gestellt. Von diesen Systemen gehen die Möglichkeiten der Steuerung der Flugsicherungsanlagen aus.

Die flugsicherungstechnischen Einrichtungen werden über ein Subsystem am jeweiligen Flughafen eingebunden. Der gesamte Datenumfang wird an das System in der ATCCV über funktionsbeteiligt redundante Leitungen weitergeleitet. Das System in der ATCCV stellt alle Zustände der Systeme Österreichs dar. In Steuerrichtung kann von den Flughäfen aus ausschließlich der eigene Bereich bedient werden, von der ATCCV aus können Flugsicherungseinrichtungen österreichweit gesteuert werden.

Für die Überwachung des neuen Towers am Flughafen Salzburg im Bereich der Infrastruktur und Energietechnik war eine Anlagenerweiterung der bestehenden SMA-Anlage der ehemaligen VA TECH SAT GmbH notwendig.

Das gelieferte Fernwirksystem besteht aus einem brandabschnittsgetrennt betriebenen redundanten Datenknoten (FW-5000/FW-50) und Kleinfernwirksystemen des Typs FW-5 in den Stockwerksverteilern. Diese kommunizieren über das bestehende SMA-LAN miteinander. System- und Nutzdaten werden vom redundanten Datenknoten direkt an das bauseits bestehende Visualisierungssystem SAT250 SCALA gesendet.

Auf Fernwirkebene wurden drei unterschiedliche Redundanzarten implementiert:

  • Die FW-5-Stationen, welche über TCP-IP gekoppelt sind, halten eine Verbindung zu beiden Datenknoten und übertragen in Melderichtung alle Datenpunkte.
  • Die IEC 60870-5-101 Fremdkopplungen, welche über V.24-Schnittstellen an den Datenknoten angebunden sind, arbeiten mit einer Schnittstellenredundanz. Diese bedeutet, dass nur ein Datenknoten die Verbindung zur jeweiligen Fremdstation hält. Der zweite Datenknoten hört auf dieser Kopplung mit und übernimmt im Fehlerfall der aktiven Verbindung die Kommunikation ohne Unterbrechung.
  • Die lokalen FW-50-Stationen, welche über TCP-IP gekoppelt sind, halten beide eine Verbindung zu den jeweiligen Datenknoten und übertragen die von den Peripheriebaugruppen und Modbus-Schnittstellen erfassten Daten in Melderichtung.

Die Datenknoten wurden komplett in unserem Werk in Standschränken 2000 × 800 × 800 mm (H × B × T) montiert und aufgebaut). Die Verdrahtung im Standschrank erfolgte auf Reichle & De-Massari Leisten. Die Aufstellung, Montage und Inbetriebnahme wurde von unserem Partner Greylogix SAT vor Ort durchgeführt.

Die Parametrierung der erforderlichen Datenpunkte mittels setIT und codeIT sowie die Implementierung in das Visualisierungssystem erfolgte durch das TCMS-Team (Technical Control and Monitoring Systems) der Austro Control.

„Als größte Herausforderung in diesem Projekt sah ich die Implementierung der für die ACG vorgesehenen abgeänderten Redundanz in den SAE-Systemen. Die Entwicklungsabteilung und die Projektleitung der SAE hat sich dieser Aufgabe akribisch, vehement und schlussendlich erfolgreich gestellt. Damit konnten die Projektziele der ACG zur Inbetriebnahme des neuen Towers in Salzburg planmäßig erreicht werden.“
Projektleiterin Ing. Margit Lassl